✔ Über 600 Getränke von regionalen Manufakturen          ✔ Alles frisch vom Hersteller nach Hause bestellen          ✔ Wir beraten dich: 030-99004741
✔ Über 600 Getränke von regionalen Manufakturen
 

Von Getränkehobby zu Getränkemarktplatz: Wie es zu Craft Exchange kam

24.08.2019
von Yascha Roshani
Yascha in Kanada

Von Pulver-Eistee zu Bier, Whisky und Cocktails

Als Kind hab ich mir immer dieses Tee-Pulver von Nestea mit kaltem Wasser aufgegossen. Ich fand das Zeug extrem lecker. Wahrscheinlich, weil es so extrem übersüßt war. Den Eistee habe ich meist noch irgendwie verfeinert, weil ich nicht wollte, dass mein Eistee Standard ist. Meist war es einfach nur frische Zitrone, irgendwelche willkürlichen Gewürze oder tatsächlich noch ein Löffel Goldsaft oder Honig. Ich weiß nicht mehr, ob es dadurch besser geschmeckt hat, aber es hat mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht.

So wie bei vielen Schülern früher ging es viele Jahre später mit Bier weiter. Was anderes als Pils gab es an sich aber nicht. Ich trank zwar viel und gerne, habe aber nie besonders auf die Marke geachtet. Mit Anfang 20 begann ich mich für Whisky zu interessieren. Als Student hatte ich schon eine kleine Whisky-Bar, weil ich Whisky dann regelmäßig als Geschenk bekam. Viel mehr als Whisky und Pils war aber nicht.

Das änderte sich 2012 während meines Studiums in Köln. Bevor ich James Bond Skyfall im Kino sah, habe ich mir zu Hause nochmal Casino Royale angeguckt. Da fand ich die Szene so cool, in der 007 den Vesper Martini bestellt. Danach hab ich mir Lillet Blanc, Tanqueray Gin und einen besseren Vodka gekauft, um den Cocktail nachzumachen. Als ich ihn das erste Mal für meine Freunde machte, konnte ihn keiner trinken, weil er viel zu stark war.


Meine hergerichtete Cocktailbar für eine Geburstagsfete
Meine hergerichtete Cocktailbar für eine Geburstagsfete


Von Pils, Whisky und Cocktails zu Craft Beer und Craft Limos

Mein Interesse für Cocktails war geboren. Ich beschäftigte mich von nun an mit Spirituosen und Cocktails. Mein Herz ging immer besonders auf, wenn ich eine Spirituose fand oder mir jemand was mitbrachte, das ich noch nicht kannte.

In dieser Zeit wuchs auch mein Interesse für kleine Geschäfte und Manufakturen als Alternative zu großen, kommerziellen Produkten und Läden. Was "Craft" oder Craft Beer ist, wusste ich damals noch nicht mal so richtig. Auch nicht, ob Getränke aus Handarbeit nun besser sind.

Das sollte sich während eines Auslandssemesters in London ändern. Die Getränkeauswahl war dort viel breiter und abwechslungsreicher. Ich liebte es schon immer, Neues zu probieren. In Restaurants nehme ich nie das Gleiche und reise auch ungern an den gleichen Ort.

Dafür waren die Londoner Pubs ein Paradies. Es gab immer etliche verschiedene Ales und Biere vom Fass. Ich verstand gar nicht, wie das ging. Dadurch probierte ich allerlei Biere und auch Craft Biere und achtete auf deren Regionalität.

Auch zu Ginfand ich in London. Ich kannte nur Gin Tonic und war bis dato noch kein großer Fan. In einem Cocktailbuch stieß ich aber auf Gin Fizz. Sah lecker aus und klang fruchtig und erfrischend. Genau so war es auch. Es wurde zu unserem Sommercocktail schlechthin und war der Renner, wenn die anderen internationalen Studenten zu uns in die Bude kamen.

Ausschlaggebend für mein heutiges, breites Getränkeinteresse war aber nichts Alkoholisches, sondern Limonaden. In einem Supermarkt, in dem ich oft einkaufen war, wechselte in einem kleinen Regalabschnitt ständig das Getränkesortiment. Es waren hauptsächlich Limonaden und andere Erfrischungsgetränke. Gefühlt gab es alle zwei Wochen was Neues. Immer mit den aufgedruckten Schlagworten "Homemade" oder "Homebrew".

Ich mochte Limos schon immer gerne. Das war für mich das Paradies. Ich kannte es nicht, dass ich im Supermarkt eine Alternative zu der namhaften Standardauswahl bekomme.

Zurück in Deutschland war dieses Vergnügen vorbei. Coca Cola & Friends waren und sind mir einfach nichts.


Einer meiner ersten größeren Craft Beer und Spezialbiereinkäufe
Einer meiner ersten größeren Craft Beer und Spezialbiereinkäufe


Von Craft Beer und Limos zum Hobbygetränkemacher

Getränke waren nun aber meine neue Leidenschaft. Ich fing an, mich stärker über Getränke zu belesen. Ich kaufte mir ein Gin-, ein Wein- und ein Bierbuch. Ich las und lernte.

Irgendwo schrieb ein Autor, dass wir Deutschen so viel Bier trinken, aber die meisten kaum etwas über die Bierherstellung und -hintergründe wissen. Das sei anders bei Wein, wo Wissen und Kenntnis bei vielen durchaus gegeben ist. Dieser Kommentar traf auch auf mich zu (und eigentlich auch auf alle, die ich kannte).

Also kaufte ich mir ein Buch übers Bierbrauen, studierte das Thema über drei Monate neben dem Job und beschaffte mir dann meine Heimbrauerausrüstung. Im November 2015 braute ich mein allererstes Bier. Zusammen mit einem späteren Kölsch war es mein bisher bestes Bier (bestimmt trügen mich nur meine Sinne, weil es das allererste ever war).


Mein erster Sud
Mein erster Sud


Danach wollte ich Schnaps machen. Da ich schnell erfuhr, dass ich zu Hause nicht legal in größeren Mengen brennen darf, fing ich an, Liköre und Spirituosen anzusetzen. Zum Peak hatte ich etwa 15 selbstgemachte Schnäpse zu Hause.

Liköre und Spirituosen anzusetzen, ist zugegeben wirklich leicht. Im Gegensatz zu Bier sind mir diese aber nicht ganz so gut gelungen. Ich würde sagen, die Hälfte war lecker, die andere Hälfte war okay oder schlecht. Mein Heidelbeerlikör und mein Gin aus sieben Botanicals waren aber grandios!

Noch leichter als selbstgemachte Liköre und Spirituosen sind natürlich Limonaden. In einer Buchhandlung fand ich mal ein Limonaden-Rezeptbuch - im Sommer findet man die ja zuhauf. Wenn auch wirklich simpel, ist es faszinierend, was man alles aus Früchten, Zuckersirup und Sprudelwasser rausholen kann.

Meine bis dato letzte Etappe war selbstgerösteter Kaffee. Ironischerweise war mein allererstes Abenteuer das komplizierteste (Bier) und das letzte das vergleichsweise leichteste. Natürlich kommt der Kaffee um Längen nicht an den Kaffee einer richtigen Rösterei ran. Aber Kaffee zu Hause zu rösten, ist wirklich kein Akt und es entsteht echter, trinkbarer Kaffee.


Eine Auswahl selbstgemachter Craft Spirituosen und Liköre
Eine Auswahl selbstgemachter Craft Spirituosen und Liköre. Darunter Gin, Genever, ein Brombeerschnaps, der Heidelbeerlikör, ein Anislikör und ein noch nicht fertiger Walnussschnaps


Von Hobby zum Online-Marktplatz für Craft Getränke

Getränke waren eigentlich nur ein Hobby. Ich hatte einen ganz normalen Job und wie alle so ihre Hobbys haben, war dies auch nur ein Hobby. Ende 2017 zog ich für ein Jahr nach Kanada und hatte dort viel Zeit und viele Inspirationen, um mir zu überlegen, was ich machen möchte, wenn ich zurück nach Deutschland komme.

Kurz vor Ende des Jahres fiel es mir (beim Tauchen!) wie Schuppen von den Augen: Ein Online-Marktplatz, der kleine Brauereien mit Kunden verbindet. Aus der Szene wusste ich, dass Craft Beer Brauer immer eine Vertriebsherausforderung haben. Sie gehen von Bar zu Bar und Laden zu Laden, um irgendwie gelistet zu werden. Hier wollte ich mit einer zentralen Online-Plattform helfen. Ich kümmer mich um den Marktplatz und die Hersteller und Verkäufer ums Versenden. Marktplätze gibt's schon und sie funktionieren.

Schon am zweiten Tag kamen Craft Spirituosen dazu. Dadurch änderte sich das Konzept von einer Plattform für eine bestimmte Getränkeart zu einer Plattform für "Craft". Alles, was Craft ist und dadurch eher unbekannt, hochwertig und originell, wollte ich online sichtbar und kaufbar machen. Kleine Getränkeanbieter verdienen es, gesehen zu werden und ihr Produkt überregional verkaufen zu können. Dadurch folgten in der nächsten Woche noch Wein, Kaffee und als letztes Limos.

Craft Exchange: Das Konzept stand. Die grenzenlose Vielfalt der Getränkewelt auf einer Seite. Ein echter Mehrwert für zwei Zielgruppen, zu denen ich mich verbunden fühle: Getränkeproduzenten und Fans guter, besonderer Getränke. Eine Lösung, die kleinen, regionalen Herstellern einen direkten Markt- und Kundenzugang gibt - mit dem Nebeneffekt, dass die Getränkelandschaft dadurch auch transparenter wird. Und wir alle, die gute Getränke lieben, können Biere, Gins, Whiskys, Vodkas, Weine, Kaffees und Limos entdecken und kaufen, die wir sonst niemals finden würden. Und das Ganze authentisch und fokussiert rein auf Getränke: sinnvolle Geschmacksbeschreibungen und Beratung, Inhalte und Hintergründe zu Getränken und stets die Vorstellung der Geschichten, Ideen und Ansätze der Macher der Getränke. Letztlich ein Produkt, das ich selbst lieben und dessen bester Kunde ich auch selbst sein würde.

Im Juli 2019 war es soweit. Wir gingen online. In Zeiten von Big Data, künstlicher Intelligenz und Robotik sicherlich eines der simpelsten Neuprodukte überhaupt. Einfach nur ein Online-Marktplatz für Craft Getränke. Oder anders gesagt: Eine Seite, die bloß Abwechslung und Alternative zu den bekannten Standardgetränken großer Marken bietet. So wie für mich einst der Supermarkt in London.


Bleib auf dem Laufenden

Abonniere unseren Newsletter und erfahre von guten Angeboten, neuen Köstlichkeiten, spannenden Hintergrundstories und schönen Selbstmachideen.

Ich erkläre mich mit der Verarbeitung meiner Daten einverstanden, um Angebote und Informationen der CE Craft Exchange UG (haftungsbeschränkt) zu erhalten. Deine Email-Adresse geben wir an niemanden weiter - Ehrenwort. Den Newsletter kannst du natürlich jederzeit über den Abmeldelink in der Email oder per kurzer Nachricht an uns abbestellen. Weitere Datenschutzhinweise findest du in unserer Datenschutzerklärung.

Damit unsere Webseite optimal laufen kann, verwenden auch wir Cookies. Durch die Nutzung unserer Webseite bestätigst du außerdem deine Volljährigkeit. OK