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Edeldestillerie Indlekofer im Interview: Wie sich Gin auf Kleinbrenner auswirkt und der Alltag eines Brennereileiters aussieht

18.08.2020
von Yascha Roshani

Marco Indlekofer hat den Familienbetrieb 2017 in 4. Generation übernommen. Mit Gin möchte Marco nun auch verstärkt jüngere Zielgruppen ansprechen und dadurch natürlich auch indirekt auf ihre Obstbrände aufmerksam machen. Im Interview erzählt Marco uns, wie sein neuer Alltag als Brennereileiter aussieht und welche Aufgabe er nicht so sehr auf dem Schirm hatte. Außerdem berichtet er, wie sich der Markt für Spirituosen verändert hat und wie der Gin-Trend von den Brennern im Schwarzwald wahrgenommen wird.

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Du hast den Brennereibetrieb im Jahr 2017 übernommen. Was ist das für ein Gefühl, die Verantwortung für den Familienbetrieb in 4. Generation zu übernehmen?

Erst einmal macht es einen schon ein bisschen stolz, einen Betrieb zu übernehmen, der schon seit Generationen besteht. Ich weiß noch sehr genau, wie ich damals meinem Opa über die Schulter geschaut habe. Auf der anderen Seite wird einem aber auch sehr schnell bewusst, welche Verantwortung und Aufgaben damit verbunden sind, selbst wenn es nur ein so kleiner Betrieb ist wie unserer.

Ist es bisher genau so, wie du es dir vorgestellt hast?

Ja und nein, ich kenne die Abläufe und Aufgaben ja schon seitdem ich klein bin, weil ich damit aufgewachsen bin. Was ich etwas unterschätzt habe, ist die Zeit, welche ich im Büro verbringe. Dies ist mittlerweile genauso zeitintensiv wie die handwerkliche Arbeit im Betrieb selbst. Ich habe aber schon immer das Ziel gehabt, neue Produkte zu kreieren und das Sortiment aus Obstbränden mit anderen Spirituosen-Arten zu erweitern. Dies ist uns mit unseren beiden Gins schon sehr gut gelungen und wird in den nächsten Jahren durch unseren bereits gebrannten und eingelagerten Whisky weiter wachsen.

Das Wichtigste ist natürlich der Spaß an der Arbeit - und den habe ich.

Wie sieht der Alltag eines Brennereileiters in etwa aus?

Hauptberuflich bin ich immer noch als Automatisierungstechniker tätig. Dieses Wissensgebiet hat mir zum Beispiel bei der Brennereisteuerung sehr geholfen, welche ich selbst programmiert habe und es so in Deutschland kein zweites Mal gibt. Zwei Jobs gleichzeitig auszuüben geht natürlich nur, solange mein Vater weiterhin 100% im Betrieb ist und mich meine Familie so gut es geht unterstützt. Natürlich kann das auch sehr anstrengend sein. Hier ist eine gute Planung das A und O. Es gibt so viele verschiedene Tätigkeiten, die in einem Brennereibetrieb anfallen, von der Baumpflege, über das Maischen, Destillieren, Lagerung, Abfüllung, Etikettieren bis hin zu Verkostungen, Veranstaltungen, Marketing und wie bereits erwähnt - nicht zu vergessen - der administrative Aufwand.

Wenn es auf die Winterzeit zugeht, stehen zum Beispiel wieder sehr viele Verkostungen im Vordergrund, im Sommer eher die Ernte und das Destillieren an sich. Daher ist jeder Tag anders.


Gin hat die Edeldestillerie Indlekofer seit 2019 mit im Portfolio. Spezialisiert ist der Familienbetrieb auf Obstbrände
Gin hat die Edeldestillerie Indlekofer seit 2019 mit im Portfolio. Spezialisiert ist der Familienbetrieb auf Obstbrände


Ihr seid ja schon seit mehreren Jahrzehnten am Markt. Was hat sich im Spirituosenmarkt aus deiner und der Sicht deiner Familie in den letzten Jahren verändert?

Auf alle Fälle der Genuss von hochwertigen Spirituosen. Früher waren gerade die Obstbrände eher ein alltäglicher Begleiter, wobei die Qualität gar nicht so im Vordergrund stand und eher geschaut wurde, dass etwas günstig ist. Heutzutage legen die Kunden wert auf qualitativ-hochwertige Produkte. Der Genuss steht wieder im Fokus. Auch Regionalität spielt bei der Kaufentscheidung wieder viel mehr eine Rolle. Die Kunden wollen wissen, woher das Produkt stammt und wer sich dahinter verbirgt.

Auch ihr seid den Schritt gegangen und habt im Jahr 2019 mit dem WUTACH London Dry Giny euren ersten Gin herausgebracht. Ist es als Brennerei mittlerweile unvermeidbar, einen Gin herauszubringen?

Das würde ich so nicht sagen. Es ist sicherlich kein Muss, einen Gin herauszubringen. Es ist auch bei uns im Schwarzwald, gemessen an der Anzahl der Brennereien, nur ein kleiner Teil der Anbieter, die einen eigenen Gin im Sortiment haben. Für mich ist das Publikum der entscheidende Punkt. Gin spricht genauso die jungen als auch die älteren Leute an. Unsere Obstbrände werden zu ca. 80% an Leute Ü35 verkauft. Wir wollen aber Produkte anbieten, die sowohl jung als auch alt ansprechen. Unsere Obstbrände profitieren natürlich auch indirekt davon, dass viele durch unseren WUTACH Gin auf uns aufmerksam werden.


Die Brennanlage der Edeldestillerie Indlekofer
Die Brennanlage der Edeldestillerie Indlekofer


Dennoch wächst die Zahl der Kleinbrenner im Schwarzwald, die auch einen Gin oder Whisky produzieren. Wie wird der Gin-Trend von den Brennereien allgemein wahrgenommen?

Ich finde, dies ist auch eine Generationenfrage. Die älteren Brenner sind Neuem gegenüber sicherlich nicht so aufgeschlossen wie die jüngeren. Diejenigen, die den Brennereibetrieb auch sicher in Zukunft führen wollen, können sich diesen Trends meiner Meinung nach nicht ganz verschließen. Gleichwohl sind wir Brenner im Schwarzwald für unsere qualitativ hochwertigen Obstbrände, wie zum Beispiel den Schwarzwälder Kirsch bekannt. Dies wird und sollte auch in mehreren Jahrzenten noch so sein, da unsere Obstbrände sicherlich zu den besten weltweit gehören.

Ist der Trend zu hochwertigen Spirituosen und vor allem Gin ein Gewinn für das deutsche Brennerwesen? Oder gibt es auch die Befürchtung, dass klassische Brände dadurch vielleicht zu kurz kommen werden?

Ich denke nicht, dass sich das Kaufverhalten von den klassischen Bränden durch den Gin-Trend groß verändert hat. Ich persönlich finde es aktuell eher ein Gewinn. Trends wird es immer geben. Entweder man geht sie mit oder nicht. Das muss jeder Brenner für sich entscheiden. Was mich ein wenig stört, sind die vielen Marketing-Gins, welche nur das schnelle Geld machen wollen. Genau hier bleibt nämlich die Qualität und auch der Geschmack auf der Strecke. Aber dem können wir auch ein bisschen entgegenwirken, indem wir mit dem Trend mitgehen. Gerade weil ein Obstbrand im Gegensatz zu anderen Destillaten in der Herstellung und Destillation zum Anspruchsvollsten überhaupt gehört, sollten wir unsere Erfahrung und Qualität auch bei neuen Trends mit einbringen und somit zum Beispiel irgendwelchen Marketing-Gins, die sich nicht durch die Qualität verkaufen, sondern lediglich durch die Werbung, den Wind aus den Segeln nehmen.


WUTACH London Dry Gin war der 1. Gin der Edeldestillerie Indlekofer - entwickelt unter dem neuen Brennereileiter Marco
WUTACH London Dry Gin war der 1. Gin der Edeldestillerie Indlekofer - entwickelt unter dem neuen Brennereileiter Marco


Vor kurzem habt ihr nun den WUTACH Wildberry Dry Gin herausgebracht. Was ist eure Idee dahinter?

Wir wollten als Alternative einen fruchtigen Gin ins Sortiment nehmen, jedoch keinen Pink-Gin, von denen es schon sehr viele auf dem Markt gibt. Außerdem haben sie nicht unbedingt den besten Ruf, da diese oft sehr künstlich schmecken, mit irgendwelchen Zusatzstoffen oder übersüßt sind. Wir entschieden uns für einen Wildberry, welchen es so noch nicht auf dem Markt gibt.

Als netter Nebeneffekt kommt noch das Farbspiel hinzu: Mit der Zugabe eines Tonics verfärbt sich der Gin von dunkelviolett in ein helles rot. Das kennt man bereits von den vielen blauen Gins, aber mit rot haben wir bisher keinen vergleichbaren gefunden. Des Weiteren ist bei unserem Gin auch wirklich alles rein pflanzlich und ohne künstliche Zusatzstoffe oder Zucker.


WUTACH Wildberry Dry Gin basiert auf dem London Dry Gin und erhält durch die Zugabe von Wildbeeren wie Johannisbeer, Himbeer, Brombeer und Heidelbeer einen natürlichen süßlich-fruchtigen Geschmack
WUTACH Wildberry Dry Gin basiert auf dem London Dry Gin und erhält durch die Zugabe von Wildbeeren wie Johannisbeer, Himbeer, Brombeer und Heidelbeer einen natürlichen süßlich-fruchtigen Geschmack


Was sind deine Ideen und Pläne für die nächsten Jahre? Wird es unter anderem noch weitere Gins geben?

Ideen habe ich noch viele, auch für weitere Gins. Welche wir davon umsetzen werden, wird sich zu gegebener Zeit zeigen. Aktuell wollen wir erst einmal abwarten, wie sich unser neuer Gin entwickelt. Whisky ist auch ein ganz großes Thema, das wir weiter vorantreiben wollen. Aber auch noch andere tolle Projekte sind im Hinterkopf. Wenn ich etwas mache, dann muss ich zu 100% dahinter stehen und setze lieber einmal mehr auf Qualität statt Quantität.

Deswegen - gut Ding will Weile haben.


Lust auf Gin aus dem Schwarzwald? Beide Gins der Edeldestillerie Indlekofer findest du hier.


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